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Die Praktika und der begleitende Unterricht

Wie einleitend bereits erwähnt sind Handlungs- und Verantwortungsfähigkeit sowie die Fähigkeit zu Selbstorganisation und Zusammenarbeit wesentliche Ziele der Ausbildung. Kinder und Jugendliche wahrzunehmen, zu erleben, zu verstehen und als Erzieher zu begleiten erfordert fundierte Fachkenntnisse und praxisrelevante Fertigkeiten. Diese sind aber erst in zweiter Linie von Bedeutung. Kinder zu erziehen und Jugendliche zu begleiten, erfordert zunächst zwei Basiskompetenzen: Offenheit für Begegnung und Geistesgegenwart in bezug auf das, was werden will. Derartiges lässt sich nicht auf der Ebene der gängigen Lernziele formulieren; letztlich geht es um so etwas wie „Haltung und Ethos“. Die Ausbildung im Rudolf Steiner Berufskolleg kann in bezug auf diese Haltung lediglich als Auftakt zu einem lebenslangen Lernen verstanden werden.

Es gibt etwas im Menschen, was man als Erzieher oder Lehrer überhaupt nicht erfassen kann. Das ist etwas, dem man sich nur in scheuer Ehrfurcht gegenüberstellen soll; und das sich durch die Erziehungskunst entfaltet, ohne dass man es wie ein Abbild der eigenen Fähigkeiten (in das Kind) von sich aus hineinbringt." (Rudolf Steiner, GA 305, 4.Vortrag vom 19.8.1922)

Die Abfolge der Praktika und der begleitende Unterricht sind so organisiert, dass der oben angedeutete Lern- und Entwicklungsweg eine angemessene Basis hat: Zunächst sollen Grundzüge des didaktischen und methodischen Planens und Vorgehens als „Handwerkszeug“ erlernt, erprobt und reflektiert werden.

Im ersten Unterstufenpraktikum (in der Regel im Waldorfkindergarten) geht es darum, erste Erfahrungen des bewussten Tätigwerdens zu machen und von der eigenen Betroffenheit in der Begegnung zu einem erlebenden Verstehen von Kindheit zu gelangen. Ein Leitmotiv dieses Praktikums und des begleitenden Unterrichts sei durch ein Zitat verdeutlicht:

So ist es eben die Aufgabe für den Kindergarten, dasjenige, was die Arbeiten des Lebens sind, in solche Formen hineinzubringen, dass sie aus der Betätigung des Kindes ins Spiel fließen können." R.Steiner, GA 306, 4. Vortrag , Dornach 18.4.1922)

Im heilpädagogischen Praktikum
sollen den Studierenden vertiefende Erlebens- und Sichtweisen des Seins und Werdens von Menschen erfahrbar werden. Der Kontakt zu entwicklungsbeeinträchtigen, behinderten oder seelenpflegebedürftigen Menschen führt an Grundfragen der Erziehung und vor allem an das eigene Verständnis vom Mensch-Sein heran – ein Weg vom Schullernen zum Lebens- und Schicksalslernen.

Der Unterricht der Oberstufe zielt, allgemein formuliert, darauf ab, das in der Praxis Wahrgenommene und im Unterricht Erlernte allmählich zu individualisieren, eigene Motive und Mut zum Handeln zu entwickeln. Die Frage: „Was soll ich machen?“, führt unter Berücksichtigung dessen, was ich kann, zu der Frage: „Was will ich nun tun?“.

Im ersten Oberstufenpraktikum geht es u.a. darum, die Aufmerksamkeit anfänglich auf das „Wesentliche“ des Kindes zu richten. Während die Kinderbeobachtung in der Unterstufe sich notwendigerweise noch an vorgegebenen Kategorien orientieren muss, sollen die Studierenden nun im Rahmen der „Kindercharakteristik“ (Kindergarten) bzw. des Entwicklungsberichts (Heim, Wohngruppen, Hort) allmählich selbst entscheiden und darlegen, was das Kind bzw. den Jugendlichen ausmacht, wie es/er seine Eigenart äußert. Vieles von dem, was das Kind bzw. der Jugendliche äußert, muss vor dem Hintergrund von Begegnung und Beziehung verstanden werden. Insofern besteht die Herausforderung auch darin, sich selbst in das Feld der Beobachtung mit einzubeziehen, aufmerksam auf das zu werden, was einem das Kind über das eigene Verhalten spiegelt.

Gegen Ende der Ausbildung, im zweiten Oberstufenpraktikum, wagen wir uns an das heran, was eine zentrale Herausforderung an Erzieherinnen und Erzieher im Berufsanerkennungsjahr sowie im späteren Berufsleben sein wird: Aus der Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen (Beobachtung, Charakterisierung, Vorstellung in der Konferenz) zu Handlungsansätzen und pädagogischen Konzepten zu gelangen. Diese Aufgabe wird dadurch erleichtert, dass die Studierenden in der Regel beide Oberstufenpraktika in der selben Einrichtung absolvieren, also die Kinder oder Jugendlichen sowie die Mitarbeiter bereits kennen.

Eigene Grenzen kennen zu lernen, zu überschreiten und neue Wege zu entdecken, um zu sinnvollen pädagogischen Handlungsansätzen zu finden – auch das sind wesentliche Ausbildungsziele unseres Oberstufenkonzepts.

Kunst Einige Aspekte der Musikerziehung